Heute war ich bei Aldi Süd und habe zufällig den Finca Sobreno (2004) Crianza Toro DO gefunden. Rebsorte ist der Tinta de Toro, die ursprüngliche Variante der in Spanien typischen Tempranillo. Durch die etwas dickere Schale sollen die Weine eine stärkere Aromenfülle haben als der Tempranillo. Gelagert wurde der Wein ca. ein halbes Jahr in gebraucht amerikanischen Eichenfässern. Robert Parker hat diesem Wein übrigens 90 Punkte verliehen.
Schauen wir uns den Wein einmal genauer:
Visuell: tiefes dunkles rot
Nase: leicht alkoholisch, gebackene Frucht, ganz wenig Vanille
Geschmack: Zeigt sich direkt nach dem Öffnen noch sehr verschlossen. Es zieht einem förmlich den Mund zusammen und man merkt ihm die 14,5% vol. ordentlich an. Im Abgang gebackene Frucht und ein wenig Vanille. Schauen wir mal was der Wein nach ein/zwei Tagen im Kühlschrank macht… Da das Jahr 2004 in der Toro-Region exzellent war, muss der Wein einfach mehr Potenzial haben
Nachtrag: Wie gut das verreisen manchmal ist. Nach 10 Tagen im Kühlschrank, entpuppt sich der Wein als echter hingucker. Wer auf ausgeprägte Brombeer-Aromen steht, der ist mit diesem Wein richtig gut beraten. Die Brombeere zusammen mit der nicht mehr ganz so prägnanten Holznote, stehen dem Finca Sobreno äußerst gut.
Beim abendlichen Blick in einen WG-Kühlschrank tauchte der folgende Wein auf:
Eine 2005er Riesling Auslese vom Ürziger Würzgarten (Mosel-Saar-Ruwer - das durfte damals noch auf den Flaschen stehen) von Jos. Clüsserath Mehringen/Mosel. Wer den Wein mitgebracht hat? Keine Ahnung…
Also Flasche öffnen und probieren:
Schauen wir uns die Farbe an: Wirkt sehr durchscheinend, fast etwas wässerig.
In der Nase haben wir dann die typische Riesling Note. Die Süße, die ich vermutet hätte Wein, ist bisher noch nicht erkennbar.
Let’s take a whirl: Okay, da ist es: Sehr süß und fruchtig. Es gibt kaum Säure und ja, wer auf süße Weine steht, dem könnte er schmecken. Gerade der 2005er Jahrgang soll sehr gut ausgefallen sein. Mit fehlt allerdings etwas die tiefe. Ein Wein, den man einfach so wegtrinken kann
Am Samstag den 20.09.2008 ging es nach Nierstein am Rhein in Rheinhessen. In Nierstein waren am Samstag und Sonntag die „Tage der offenen Winzerhöfe und Weinkeller“. Eine gute Möglichkeit mit Winzern und anderen Wine-Lovern zu sprechen.
Nicht zuletzt aufgrund der knappen Zeit (wir sind zu spät aus dem Rheinland losgekommen) haben wir uns auf das Weingut Schaetzel fokussiert. Dort empfing die Besucher Kai Schaetzel, der die Geschicke des traditionsreichen Familienbetriebs übernommen hat und frischen Wind in die Winzerlandschaft bringt. Im Gespräch mit Kai wird klar – der junge Mann hat einiges vor. Bei schöner live Klaviermusik verkosten wir die 2007er Top-Kollektion und die ein oder andere Rarität. Im Anschluss gab es dann noch eine Kellerführung mit Besichtigung der Raritätensammlung.
Da die Zeit ein wenig fortgeschritten war, reichte es nur noch für einen kurzen Rundgang durch den Ort. Schade, da wir gerne noch den ein oder anderen Winzer besucht hätten.
Aber wir hatten noch eine Verabredung bei Eva Vollmer. Das Gut der Jung-Winzerin liegt ca. 14 km entfernt in unmittelbarer Nähe zu Mainz. Eva hatte dort ihre Eröffnungsveranstaltung und hat sich als die zwei Weinfrauen Christiane Huff und Mirijam Schneider als Verstärkung mit an Bord geholt. Es war schöner Abend mit interessanten Gesprächen, gutem Wein und leckeren Essen - und der Erkenntnis, dass wir bei der nächsten Wine-Tour früher los müssen
So mal schauen wie sich der Wine-Lovers Blog entwickelt - es ist ein Test und mal schauen, vielleicht stelle ich den Blog irgendwann einmal der Öffentlichkeit vor